Aqua-Basics Teil 3, ein Aquarium praktisch einrichten

23. Oktober 2024

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Bodenheizung verlegen und verstecken

Aquarienpraxis für Einsteiger in die Aquaristik

Herzlich willkommen zum dritten Teil unserer Aqua-Basics-Reihe.
Im ersten Teil haben wir uns die grundlegenden Abläufe in einem Aquarium angesehen und erklärt, wie die technischen Komponenten harmonisch ineinandergreifen. Zur Erinnerung findest du dazu ein kurzes Video, das die wichtigsten Schritte noch einmal zusammenfasst.

Im zweiten Teil ging es um die richtige Planung und um hilfreiche Checklisten, die dir dabei helfen, nichts zu übersehen.

Im dritten Teil machen wir nun den nächsten Schritt: Wir übertragen die Planung in die Praxis. Dafür habe ich die einzelnen Arbeitsschritte in übersichtliche Abschnitte aufgeteilt, die jeweils durch Fotos und Videos begleitet werden.

Im Mittelpunkt dieser Blogreihe steht ein Westafrika-Aquarium dass im Gästezimmer des Autors aufgebaut wird.

Das Aquarium bekommt eine typische Gestaltung eines westafrikanischen Aquariums mit einer für die Region typischen Bepflanzung und Fischbestand.

In diesem Zusammenhang wird das Aquarium in die Neugestaltung des Raumes integriert dessen Möbel (Schreibtisch, Sidebord, Kleiderschrank, Schranktisch) von unserer Tischlerei gefertigt werden. Lediglich das Sofa und die kleinen Regale wurden extern erworben.

Das richtige Aufstellen von Aquarium und Schrank

Wie bereits in Teil 2 beschrieben, sollte vor der Anschaffung eines Aquariums zunächst ein geeigneter Standort im Wohnraum festgelegt werden. Dazu gehört auch die Auswahl eines passenden Schranks sowie eines Aquariums, das harmonisch in das Raumkonzept integriert wird.

Für das hier vorgestellte Westafrika-Aquarium fiel die Wahl auf das Büro- und Gästezimmer. Im Zuge der Neugestaltung ließ ich eine Schrankwand anfertigen, bestehend aus einem kleinen Kleiderschrank und einem Sideboard. Das Aquarium wurde bewusst etwas kürzer als das Sideboard geplant, um eine offene und leichte Optik zu schaffen. Später kam noch ein rotes Regal oberhalb des Beckens hinzu, das die kleine Wohnlandschaft stilvoll abrundet.

Aufstellen des Schrankes

Häufig wird die Frage gestellt, ob man etwas unter den Aquariumschrank legen sollte. Eine zusätzliche Unterlage ist jedoch nicht zu empfehlen, da weiche Materialien im schlimmsten Fall eine minimale Verformung des Schranks verursachen können. Zwar ist eine solche Verformung technisch unproblematisch, optisch kann sie jedoch je nach Blickwinkel störend wirken. Am besten stellt man den Schrank daher direkt auf den Fußboden – in unserem Fall auf das Parkett.

Das Aquarium richtig aufstellen

Vollglasaquarien, wie die vom Aquarienkontor gefertigten Becken, stehen immer auf einer weichen Unterlage. Eine geeignete Aquariumunterlage ist kostengünstig erhältlich und schützt das Glas zuverlässig vor Spannungen und Druckpunkten, die schon durch einzelne Staubkörner entstehen. Wichtig ist, dass geschäumte Matten nicht zu dick sind. Viele Materialien besitzen eine sogenannte Gedächtnisfunktion und kehren mit der Zeit in ihren ursprünglichen Zustand zurück.

Drückt das Gewicht des Aquariums von oben auf die Unterlage, übt diese einen kontinuierlichen Druck auf die Schrankoberfläche aus. Je nach Größe, Materialstärke und Qualität biegt sich die Deckplatte dadurch leicht durch – vor allem im Bereich zwischen den Türen. Eine Kiesblende fängt diesen Effekt in manchen Fällen ab. Selbst wenn die Deckplatte minimal nachgibt, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Am zuverlässigsten vermeiden Sie dieses Phänomen, wenn Sie eine dünne Unterlage von 3–4 mm verwenden, wie wir sie empfehlen und anbieten.

Damit die Sicherheitsunterlage beim Aufstellen nicht verrutscht, fixieren Sie sie einfach mit doppelseitigem Klebeband – entweder auf der Schrankoberfläche oder, bei kleineren Aquarien, direkt auf der Bodenscheibe.

Sicherheitsunterlage zuschneiden
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unterlage

Reinigung des Aquariums

Bevor wir uns mit der technischen Ausstattung und anschließend mit der Einrichtung unseres Westafrika-Aquariums beschäftigen, sollte der Glaskörper gründlich ausgewischt werden. Auf diese Weise lassen sich Rückstände aus der Produktion sowie mögliche Verschmutzungen durch Transport oder Lagerung entfernen. So wird sichergestellt, dass das spätere Aquariumwasser nicht unnötig belastet wird.

Für diese Reinigung eignet sich beispielsweise der JBL Clean A Aquariumreiniger, der zuverlässig Schmutz, Staub und Produktionsrückstände entfernt, ohne das Glas zu beschädigen.

Einbringen der Bodenheizung

Im ersten Teil haben wir bereits erklärt, dass eine Bodenheizung das Wasser im Bodengrund erwärmt und damit eine natürliche thermische Zirkulation in Gang setzt. Warmes Wasser steigt auf, während kühleres Wasser in den Boden absinkt. Dadurch werden wichtige Nährstoffe – wie Dünger oder das vom Filter abgegebene Nitrat – an die Pflanzenwurzeln transportiert, wo sie optimal aufgenommen werden können.

Eine bewährte Lösung für diesen Effekt ist die JBL ProTemp Basis Bodenheizung, die speziell für Aquarien entwickelt wurde und eine gleichmäßige Wärmeverteilung im Bodengrund sicherstellt.

Heizkabel verlegen und anschließen

Das Verlegen des Heizkabels der JBL ProTemp Basis Bodenheizung ist unkompliziert. Zunächst sucht man die Markierungen auf dem Kabel. Der Abschnitt zwischen den Markern ist der eigentliche Heizbereich und sollte später vollständig im Wasser liegen. Die beiden Kaltleiterenden hingegen bleiben außerhalb des Beckens und werden in den Schrank zum Vorschaltgerät geführt.

Innerhalb des Aquariums wird das Heizkabel in lockeren Schleifen verlegt und mit Saugnäpfen befestigt. Damit diese besser haften, empfiehlt es sich, die Glasscheibe zuvor mit feuchtem Zellstoffpapier und klarem Wasser anzufeuchten.

In größeren Aquarien genügt es oft, die Heizleitung im Bereich der später bepflanzten Zonen zu platzieren. In kleineren Glasbecken sollte das Kabel dagegen enger verlegt werden, um den gesamten Heizleiter zuverlässig unter Wasser zu bringen.

Die Kaltleiterenden werden durch eine Schrankdurchführung nach unten geführt und am Netzteil angeschlossen. Bei der JBL ProTemp Basis ist hierfür ein kleiner Schraubenzieher erforderlich.

Tipp: Kabel verstecken, gewusst wie

Bodenheizkabel verlegen
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Bodenheizung verlegen und verstecken

Bodenheizung dezent verlegen
Damit das Heizkabel später nicht lose im Aquarium verläuft, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Kabelführung. Eine Variante ist, das Kabel in einem Kunststoffrohr zu verlegen, das mit Saugnäpfen an der Aquarienscheibe befestigt wird. Eine besonders elegante Lösung besteht darin, ein 20 mm PVC-Rohr zu verwenden und dieses mit dem JBL FixSet 16/22 unauffällig an der Glasscheibe zu befestigen. So bleibt die Kabelführung sauber, praktisch und dezent.

In unserem Fall wurde eine andere Variante umgesetzt: Das Kabel wurde zunächst durch eine kleine Bohrung in der 3D-Rückwand geführt und anschließend im hinteren Bereich nach oben zur Wasseroberfläche geleitet. Beim hier vorgestellten Westafrika-Aquarium wurde es hinter der Rückwand bis in den Bodengrund geführt. Durch eine kleine Bohrung schräg unterhalb des unteren Einlaufgitters gelangte es dann nach vorne, wo es in den typischen Heizschlaufen im Bodengrund ausgelegt werden konnte.

Nährboden und Kies

Aquarienpflanzen benötigen einen Bodengrund, der den Wurzeln sicheren Halt gibt und sie zuverlässig mit Nährstoffen versorgt. Als Grundlage kommen je nach gewünschter Gestaltung Kies, Sand oder Soil in Frage. Da die spätere Düngung in diesem Aquarium mit Aqua Rebell Flüssigdüngern und CO₂ erfolgen wird, nutzen wir als Nährstoffbasis den Aqua Rebell Soil Boden, der optimal auf das Düngekonzept abgestimmt ist und gesundes Pflanzenwachstum von Anfang an unterstützt.

Der Aqua Rebell Soil wird ungewaschen direkt auf das bereits verlegte Heizkabel der Bodenheizung gegeben. Empfehlenswert ist eine gleichmäßige Schicht von etwa 5 bis 10 Millimetern.

Der richtige Kies und seine Vorbereitung

Bodengrund auf Heizkabel ziehen
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JBL Aqua Basis plus Pflanzennährboden einbringen

Der richtige Aquariumkies bildet die Grundlage für ein stabiles Pflanzenwachstum. Wichtig ist, dass die Körnung gut gewählt wird: Sie sollte nicht zu fein sein, damit weiterhin eine leichte Wasserzirkulation im Bodengrund stattfinden kann, und nicht zu grob, damit der Nährboden nicht nach oben durchsickert. Empfehlenswert ist eine Körnung von etwa 0,8 bis 2,5 mm.

Ebenso entscheidend ist, dass der Kies frei von Schadstoffen ist. In Einzelfällen kann es vorkommen, dass Kies durch unsachgemäße Lagerung im Freien belastet wird – zum Beispiel, wenn Düngemittel von benachbarten Feldern verweht werden. Gelangen so Nitrat oder Phosphat ins Aquarium, kann dies eine starke Algenblüte auslösen. Mit Markenkiesen bekannter Hersteller wie JBL ist man auf der sicheren Seite, da diese auf Schadstoffe geprüft werden. Trotz sorgfältiger Aufbereitung sollte der Kies vor dem Einbringen ins Aquarium gründlich gespült werden. Hierfür eignen sich ein feines Sieb oder ein großer Kescher besonders gut.

Nach dem Waschen wird der Kies in einer Schicht von mindestens 4 bis 6 cm Höhe gleichmäßig auf dem Nährboden verteilt. Beim späteren Bepflanzen und Mulmabsaugen ist darauf zu achten, den Nährboden nicht aufzuwühlen, da dies zu unschönen rötlichen Trübungen und Mulmansammlungen auf der Kiesoberfläche führen kann.

Vorbereitung für das Scape
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Bodenaufbau Manadokies

Manado Bodengrund für unser Aquarium

Für unser Beispiel-Aquarium haben wir uns für JBL Manado Dark entschieden. Dieses Substrat bildet einen schönen Kontrast zur Rückwand und zur späteren Bepflanzung und bietet darüber hinaus einige besondere Eigenschaften.

Manado ist ein Naturprodukt mit poröser Oberfläche, die die Ansiedlung von Mikroorganismen fördert. So entsteht schnell eine stabile Bodenflora, die das biologische Gleichgewicht unterstützt. In Kombination mit der Bodenheizung wirkt der Kies zudem wie ein zusätzlicher Filter und trägt zu klarem, gesundem Wasser bei.

Eine weitere Besonderheit ist seine Speicherfunktion: Nährstoffe können aufgenommen und bei Bedarf wieder an die Pflanzen abgegeben werden. Mit einer Körnung von 1,5 bis 2,5 mm erfüllt JBL Manado Dark die optimalen Bedingungen für ein sicheres Pflanzenwachstum.

Aquariumgestaltung

Die Gestaltung eines Aquariums besteht zum einen aus der Dekoration (Steine, Wurzeln etc.) und zum anderen aus dem Pflanzenbesatz.

Die Dekoration

Aquariumdekoration reinigen
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Aqua-Basic Dekoration reinigen

Die Dekoration eines Aquariums ist zum einen Frage an die haltungsspezifischen Anforderungen der Aquariumbewohner.

So kann es z.B. für einige Harnischwelsarten von großer Bedeutung sein, weiches Holz für die Ernährung vorzufinden, andere Arten bevorzugen Höhlen und Wurzeln in verschiedensten Formen und Größen als Versteck. Andere Arten benötigen kleine Reviere mit Gegenständen zur Abgrenzung. Hier macht es Sinn, sich vorher über die Anforderungen der Fische zu informieren.

Aqua-Basic Steine und Schieferplatten
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Aqua-Basic Steine Aufbau eines Hardscape

Für die Gestaltung unseres Westafrika-Aquariums habe ich zwei große Flusskiesel ausgewählt, eine kleine Schieferplatte und eine mit Kongofarn (Bolbitis heudelottii) bewachsene Wurzel.

Vor dem Einbringen ist die Dekoration in jedem Fall gut abzuwaschen. Poröse Steine können Kalk enthalten, ein Umstand der für Aquarien mit eher weichem bis leicht sauren Wasser weniger wünschenswert ist. Durch die Zugabe von CO2 und Säuren wie z.B. Huminsäure oder Eichenextrakt wird der Kalk aus dem Gestein gelöst und das Wasser aufgehärtet.

Ein Kleiner Test gibt Aufschluss

Kalkhaltigkeit testen
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Kalktest am Stein Aufbringen einer schwachen Säure

Ein einfacher Test mit ein paar wenigen Tropfen Essigessenz oder JBL pH-Mimus gibt Aufschluss darüber ob Steine Auswirkung auf die Wasserhärte nehmen können. Fängt die Säure an zu schäumen, wird Kalk freigesetzt. In diesem Fall sollte man das Einbringen der Steine sich gut überlegen. Für Aquarien wie z.B. die typischen Malawi- oder Tanganjikaseeaquarien mit ihren Buntbarschen ist dies in der Regel kein Problem, da sie hartes Wasser bevorzugen.

Kleine Reviere und Versteckmöglichkeiten

bepflanztes Aquarium
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Reviere im Aquarium

In unser Westafrika-Aquarium setzen wir Pelvicachromis taeniatus „Moliwe“, den Smaragd-Prachtbarsch, ein. Diese Art benötigt – wie viele andere Buntbarsche auch – klar abgegrenzte Reviere. Bei der Gestaltung eignen sich dafür Höhlen, Flusskiesel, Pflanzen oder auch Wurzeln, die den Tieren natürliche Rückzugsorte und Reviergrenzen bieten.

Die Bepflanzung

Neben dem Pärchen Smaragd-Prachtbarschen wird ein kleiner Schwarm Microsynodontis polli (Zwergfiederbartwelse) sowie eine Dreiergruppe Microctenopoma ansorgii (Oranger Buschfisch) gepflegt. Beide Arten fühlen sich in dichter Bepflanzung besonders wohl. Diese wird in unserem Aquarium im Hintergrund und an den Randbereichen mit verschiedenen Anubias-Arten (Speerblätter), Crinum calamistratum (Dauerwellenhakenlilie) und Nesaea crassicaulis gestaltet. Als auffällige Solitärpflanzen ergänzen Aponogeton-Arten wie A. boivinianus oder A. madagascariensis das Gesamtbild.

Pflanzen vorbereiten und richtig einsetzen

Viele Aquarienpflanzen werden in der Gärtnerei zunächst emers, also außerhalb des Wassers, kultiviert. Üblicherweise wachsen die jungen Pflanzen in Steinwolle, die ihnen Halt gibt und in den Pflanztöpfen fixiert wird. Vor dem Einsetzen ins Aquarium sollte diese Steinwolle jedoch so gründlich wie möglich entfernt werden, damit die Wurzeln frei wachsen können und keine Störstoffe ins Wasser gelangen.

Wichtig vor dem Einpflanzen

Vor dem Einsetzen ins Aquarium sollten die Pflanzen unter fließendem Wasser gründlich abgewaschen werden. Dabei wird die Steinwolle entfernt, die den Wurzeln Halt gegeben hat. Wichtig ist, die Steinwolle anschließend im Restmüll zu entsorgen und nicht über den Abfluss, da sie dort zu Verstopfungen führen kann.

Handelt es sich um Stängelpflanzen, können diese nach dem Abspülen einzeln auf ein Stück Pappe oder Styropor gelegt und so vorbereitet werden. Bodendecker hingegen lassen sich in etwa 10 bis 15 kleine Portionen pro Topf aufteilen, wodurch sie sich optimal im Aquarium verteilen lassen.

Richtig einpflanzen

Bei der Anordnung der Pflanzen spielt die richtige Verteilung eine wichtige Rolle. Hochwachsende Arten sowie Pflanzen mit höherem Lichtbedarf eignen sich besonders für den Hintergrund und den Mittelgrund des Aquariums. Arten mit geringeren Ansprüchen an die Lichtstärke lassen sich ideal an den Seiten oder im Vordergrund platzieren – vorausgesetzt, dort fällt etwas weniger direktes Licht auf die Pflanzen.

Portionierte Vordergrund- und Stängelpflanzen sollten unbedingt einzeln, also Stängel für Stängel, mit einer langen Pflanzenpinzette eingesetzt werden. So kann sich rund um die Wurzeln immer etwas Kies ablagern, wodurch die Pflanzen besseren Halt finden und die Nährstoffe optimal aufnehmen können.

Solitärpflanzen wie Arten der Gattungen Anubias, Microsorum oder Echinodorus sollten mit ihren Wurzeln im Bodengrund verankert werden. Bei sehr langen Wurzeln ist es unproblematisch, diese vor dem Einsetzen auf etwa 2–3 cm einzukürzen. Vorsicht ist allerdings bei Rhizompflanzen wie Anubias geboten: Das Rhizom selbst darf nicht mit Kies bedeckt werden, da die Pflanze sonst Schaden nehmen kann. Lediglich die Wurzeln sollten im Substrat stecken.

Das Einsetzen kann mitunter etwas knifflig sein, da die Pflanzen leicht wieder aus dem Kiesbett herausrutschen. Hier leisten JBL Planties, kleine Pflanzennadeln, gute Dienste: Sie werden vorsichtig über die Pflanze gestülpt und fixieren diese, bis sie angewachsen ist. Danach können sie problemlos wieder entfernt werden.

Alternativ lassen sich Anubien, Farne, Moose oder ähnliche Pflanzenarten auch mit elastischem Nähgarn – das nicht einschneidet – oder mit speziellem Pflanzenkleber auf Dekorationselementen wie Wurzeln, Steinen oder Kokoshöhlen befestigen.

Pflanzen pflegen

Wie in Teil 1, Der Stoffwechsekreislauf im Aquarium schon aufgezeigt, benötigen Pflanzen eine vollumfängliche Nährstoffversorgung, bestehend aus dem optimalen Licht, CO2 und Nährstoffen wie Eisen, Mineralien etc.

Licht und CO2 – die Säulen der Photosynthese

Licht und CO₂ sind die grundlegenden Bausteine der Photosynthese und damit unverzichtbar für das Gelingen eines Pflanzenaquariums. Nur wenn beide Faktoren ausreichend vorhanden sind, können Pflanzen ihre volle Vitalität und Farbenpracht entfalten.

In seltenen Fällen – meist in sehr kleinen Aquarien mit hohem Fischbesatz – kann der CO₂-Bedarf der Pflanzen durch die natürliche Atmung der Tiere gedeckt werden. In den meisten Aquarien reicht dies jedoch nicht aus, weshalb der Einsatz einer CO₂-Anlage dringend zu empfehlen ist.

Scaping-Light Basic LED
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Scaping-Light Basic LED CRW

Das richtige Licht

Einen besonderen Schwerpunkt möchte ich auf die Bedeutung des Lichtes legen. Für Aquarienpflanzen ist es der entscheidende Wachstumsfaktor – und dabei geht es nicht nur um die reine Lichtmenge. Häufig wird angenommen, „viel Licht bringt viel“, doch das allein ist nicht ausreichend. Entscheidend ist vielmehr das richtige Lichtspektrum, da Pflanzen bestimmte Wellenlängen des Lichts besser verwerten können als andere.

Chlorophyll-Absorption

Für die Photosynthese ist insbesondere das Spektrum entscheidend, das die Bildung von Chlorophyll unterstützt. Eine besondere Rolle spielt dabei der rote Spektralbereich bei 660 nm, auf den viele Pflanzen mit erhöhtem Lichtbedarf besonders positiv reagieren. Standard-Rotanteile vieler gängiger RGB-LEDs liegen hingegen meist nur zwischen 615 und 625 nm.

Gerade in anspruchsvollen Pflanzenaquarien, wie etwa Holländischen Becken oder modernen Aquascapes, hat sich gezeigt, dass Pflanzen bei einem Peak von 660 nm deutlich kräftiger wachsen. Dieses Spektrum wird unter anderem von der Scaping-Light Biotop plus LED abgedeckt.

Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, dem empfehlen wir unseren ausführlichen Themenbeitrag zur LED-Beleuchtung sowie das Buch Pflanzenaquaristik à la Kramer (Tetra-Verlag GmbH).

Aquarium Chlorophyll Absorption
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Chlorophyll Absorption

Der Scaping-Light Basic Vario-Aufsatzhalter

Während der Einlaufphase stellte sich heraus, dass mit einer leicht erhöhten LED-Anordnung und eine leicht schräge Positionierung über der Wasseroberfläche eine deutliche Optimierung der Ausleuchtung zu erzielen ist.

Ein Dank an die Kollegen in der Technik, die binnen 48 Stunden einen entsprechenden Aufsatzhalter entwarfen und den Prototypen im 3-D Druckverfahren herstellten. Nun war es möglich die Scaping-Light Basic LED in einer 15° Schräglage ca. 5 cm erhöht am Beckenrand zu befestigen und die Fläche noch besser auszuleuchten. Die folgenden Wochen zeigten, dass sich die Aquariumpflanzen prächtig entwickelten.

LED auf Aquarium
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Scaping-Light Basic LED LED mit Vario-Aufsatzhalter

Pflanzen düngen

Dünger Kurve
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Wochen-/Tagesdüngung

Auf die Bedeutung einer gleichmäßigen Nährstoffversorgung mit Eisen und Mineralien habe ich bereits in Teil 1 dieser Blogreihe hingewiesen. Wichtig ist das Minimumgesetz: Pflanzen können nur dann ihr volles Wachstumspotenzial entfalten, wenn sie dauerhaft mit allen nötigen Ressourcen – Licht, CO₂ und Nährstoffen – versorgt werden. Fehlt einer dieser Faktoren, wird das Wachstum gebremst und Algen können sich leichter ausbreiten. Eine ausgewogene Düngung ist daher entscheidend für ein stabiles biologisches Gleichgewicht.

Für die regelmäßige Versorgung der Pflanzen empfiehlt sich der Aqua Rebell FlowGrow als bewährter Volldünger. Er deckt den täglichen Bedarf an Mikronährstoffen und Spurenelementen zuverlässig ab und lässt sich präzise dosieren.

Alternativ kann auch der JBL Ferropol Volldünger (10 ml auf 40 Liter beim Wasserwechsel oder bei Neueinrichtung) in Kombination mit JBL Ferropol 24 (1 Tropfen auf 50 Liter pro Tag) eingesetzt werden. Beide Systeme haben sich in der Praxis bewährt – entscheidend ist, dass konsequent und regelmäßig gedüngt wird.

Liebigs Pflanzengesetz
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Das Minimumgesetz nach Sprengel / copyright JBL

Pflanzen schneiden

Wenn Aquarienpflanzen gesund wachsen, müssen sie von Zeit zu Zeit zurückgeschnitten werden. Für diese Pflegearbeiten gibt es spezielle Werkzeuge wie Pflanzenpinzetten, Scheren und Spatel, die in verschiedenen Ausführungen erhältlich sind. Manche Modelle sind gerade, andere gebogen oder gewinkelt. Welche Variante am besten geeignet ist, hängt vom persönlichen Arbeitsstil und dem Aufbau des Aquariums ab.

Grundsätzlich erleichtern diese Tools die Arbeit erheblich: Mit einer Schere lassen sich Blätter, Stängel oder auch ganze Rhizome präzise kürzen, ohne dass dabei fest verwurzelte Pflanzen versehentlich aus dem Bodengrund gezogen werden. Pinzetten helfen zudem beim gezielten Setzen oder Umsetzen einzelner Pflanzen.

Pflanzenentwicklung unter optimalen Bedingungen

Wie sich ein Aquarium unter optimalen Bedingungen entwickeln kann, zeigen Ihnen die nächsten zwei Fotos, zwischen denen eine Zeitspanne von nur einer Woche liegt.

Wichtiges Zusammengefassst

Grundpfeiler der Pflanzengesundheit im Aquarium

Licht
Liefert die notwendige Energie für die Photosynthese und steuert das Wachstum.

CO₂
Dient als Kohlenstoffquelle und ist für kräftigen Wuchs und gesunde Blätter unverzichtbar.

Nährstoffe & Spurenelemente
Eisen, Kalium, Magnesium und weitere Mineralien fördern Farbentwicklung, Wurzelbildung und Vitalität.

Nur wenn alle drei Faktoren im Gleichgewicht stehen, entwickeln Aquarienpflanzen ihre volle Schönheit und tragen aktiv zum biologischen Gleichgewicht im Aquarium bei.

Die Filterung

Herzstück eines jeden Aquariums ist der Filter. Die goldene Regel besagt, er kann nie zu groß aber schon zu klein sein. Eine durchaus richtige Aussage, jedoch haben wir heute auch die Anforderung dass ein Filter nicht zu viel Platz wegnehmen und trotzdem effektiv arbeiten soll.

Welcher Filter ist für mein Aquarium der richtige?

Welcher Aquariumfilter für welches Projekt der passende ist hängt nicht nur von der Filtergröße ab, sondern auch vom Einsatzzweck und den Vorstellungen des Aquarianers. Eine Übersicht der unterschiedlichen Filtersysteme haben wir im Blogbeitrag Filtertechniken im Süßwasseraquarium zusammengestellt.

Die Biologische Filterung

Wie wir im ersten Teil gesehen haben, übernehmen Nitrosomonas- und Nitrobacter-Bakterien die zentrale Arbeit im Aquarium, denn sie wandeln Ammonium zuerst zu Nitrit und anschließend zu Nitrat um. Dadurch entsteht ein biologischer Prozess, der das Gleichgewicht im Aquarium stabil hält und eine weit größere Bedeutung hat als die mechanische Filterung.

Damit dieser Kreislauf zuverlässig funktioniert, sollten Sie den Filter bei der Reinigung höchstens 30 Minuten außer Betrieb lassen. Spülen Sie die Filtermedien nur mit leicht temperiertem Wasser ab und vermeiden Sie es, sie vollständig auszuwaschen. Teilen Sie die Filterwatte oder Schwämme am besten auf: Einen Teil reinigen Sie grob und setzen ihn sofort wieder ein, während Sie den anderen gründlicher säubern. Lagern Sie das biologische Material in einer Schale mit Aquarienwasser, sodass die Bakterien aktiv bleiben und den Filter direkt nach dem Wiedereinbau neu besiedeln können.

Stoffwechselabbau im Filter
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Abbauprozesse im Filter

Filter neu Anfahren oder Filtergrundreinigung

Wenn Filtermedien komplett gewechselt werden oder ein Aquarium neu startet, sind Söll Baktinetten cool eine gute Wahl. Die kleinen Biopolymerkugeln enthalten im Labor gezüchtete Filterbakterien, lassen sich mehrere Wochen im Kühlschrank lagern und überstehen auch kurze Transporte von zwei bis drei Tagen problemlos.

Baktinetten bringen den Filter sofort auf volle Leistung und schaffen ein stabiles biologisches Gleichgewicht – ohne mehrfaches Nachimpfen. Damit die Bakterien Nahrung haben, sollte direkt ein erster Fischbesatz erfolgen, den man anschließend schrittweise aufstockt. In den folgenden Wochen lösen sich die Kugeln auf und geben die Bakterien frei, während der Filter parallel eigene Biomasse entwickelt.

Unabhängig davon gibt es viele funktionierende Filterlösungen, solange sie zum Beckenvolumen und Besatz passen. Auch kleine Filter lassen sich mit Hochleistungsmedien deutlich aufwerten: Siporax oder JBL MicroMec bieten im Vergleich zu einfachen Tonröhrchen eine fünf- bis achtmal größere Ansiedlungsfläche für Bakterien und erhöhen so die biologische Leistungsfähigkeit deutlich.

Das Filtersystem

Welches Filtersystem ist das Beste? Nun, diese Frage kann man nicht so einfach beantworten. Es gibt für die diversen Anforderungsprofile verschiedenste Lösungen. Eine Übersicht findet sich im Blogbeitrag Filtertechniken im Süßwasseraquarium.

Der Rückwandfilter

Im Westafrika-Aquarium kommt ein Rückwandfilter zum Einsatz – ein spezielles Innenfiltersystem, das durch geringen Wartungsaufwand und eine hohe biologische Abbauleistung überzeugt. Der Ablauf ist dabei klar strukturiert: Zunächst sammelt sich der Schmutz in einer Schlammkammer, von wo er über die Pumpe in die Biokammer weitergeleitet wird. Dort laufen die biologischen Abbauprozesse ab, bevor das gefilterte und aufbereitete Wasser über die Klarkammer zurück ins Aquarium gelangt.

Die Klarkammer dient gleichzeitig als Technikbereich: Hier finden Heizung, CO₂-Reaktor sowie gegebenenfalls Messsensoren Platz, sodass die gesamte Technik dezent hinter der Rückwand verschwindet und das Aquarium optisch aufgeräumt wirkt.

Im nächsten Schritt folgt das Einfüllen des Wassers und der erste Wasserwechsel, womit die Inbetriebnahme des Aquariums beginnt.

Aquarium Heizer einstellen
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Technik im Filter verbaut

Beim Einfüllen des Wassers ist es wichtig, dass der Nährboden nicht aufgewühlt wird – sonst trübt sich das Aquarium stark ein. Bei Becken mit Rückwandfilter lässt sich das Wasser am besten über die Rückwand langsam einleiten.

Für alle anderen Aquarien empfiehlt es sich, den Bodengrund vorab mit angefeuchtetem Zellstoffpapier abzudecken. Dazu wird das Papier mit einer Sprühflasche leicht befeuchtet und anschließend das Wasser langsam über einen Schlauch auf die Abdeckung geleitet. Das Zellstoffpapier dämpft die Strömung, verhindert ein Aufwühlen von Kies und Nährboden, steigt beim Befüllen mit dem Wasserspiegel nach oben und kann am Ende einfach abgezogen und entsorgt werden.

Aquarium Wasser einfüllen
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Aqua-Basic Wasser einfüllen

Für den späteren Wasserwechsel nutze ich den JBL Aqua In-Out, ein praktisches Wasserwechsel-Set, mit dem sich Wasser nicht nur ab- und wieder einleiten lässt, sondern bei Bedarf auch gleich der Kiesboden gereinigt werden kann. Das System ist einfach in der Handhabung und spart viel Zeit bei der Pflege des Aquariums.

Wasseraufbereiter

Ein Wasseraufbereiter ist ein unverzichtbarer Helfer bei der Aquarienpflege. Er bindet Chlor und Schwermetalle aus dem Leitungswasser – Stoffe, die für uns Menschen unbedenklich, für die empfindlichen Schleimhäute von Fischen jedoch schädlich sein können.

Für unser westafrikanisches Gesellschaftsaquarium verwende ich JBL Biotopol. Dieser Wasseraufbereiter enthält zusätzlich Aloe-Vera-Extrakte, die die Schleimhäute der Tiere schützen und so das Wohlbefinden der Fische unterstützen.

Grundsätzlich gilt: Sowohl bei der Neueinrichtung eines Aquariums als auch bei jedem regelmäßigen Wasserwechsel sollte ein hochwertiger Wasseraufbereiter eingesetzt werden. Die Fische danken es mit Vitalität und Gesundheit.

Fazit

In diesem Blogbeitrag haben wir Schritt für Schritt erläutert, wie man ein Süßwasseraquarium richtig einrichtet. Vom Aufstellen und Reinigen über die Installation der Bodenheizung, den Aufbau des Bodengrundes und den richtigen Umgang mit Pflanzen bis hin zu ihrer Nährstoffversorgung durch Licht und Dünger – ebenso wie die Filterung und das Befüllen – bietet dieser Beitrag eine fundierte Grundlage.

Ich hoffe, dass diese Anleitung auch Ihnen eine praktische Hilfe ist und Ihnen den Einstieg oder den nächsten Aufbau eines Pflanzenaquariums erleichtert.

Ausblick auf Teil 4

In Teil 4 werfen wir einen Blick auf die Entwicklung unseres Westafrika-Aquariums. Dabei geht es um die wichtigsten Wasserwerte und den richtigen Umgang mit ihnen während der Einlaufphase. Anschließend widmen wir uns in Teil 5 den Fischen und Pflanzen im Detail und stellen vor, welche Arten in unserem Westafrika-Aquarium zu Hause sind.

Ich würde mich freuen, wenn Sie wieder mit dabei sind.

Ihr Tim Stenzel

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