Brauchen Pflanzen CO2?

15. August 2024

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Pflanzenaquarium, Foto: Tim Stenzel

Brauchen Pflanzen CO2?

Eine der am häufigsten und oft kontrovers diskutierten Fragen in der Aquaristik ist, die ob Pflanzen wirklich CO2 benötigen? Dabei ist die Antwort ganz einfach – Ja !

CO2 ist, neben dem Licht, Grundbestandteil der Photosynthese. Alle Pflanzen, ob Grashalm, Bäume, Blumen und auch Unterwasserpflanzen betreiben eben diese Photosynthese und benötigen daher nicht nur das richtige Licht, sondern eben auch jenes CO2 um überhaut wachsen zu können.

Pflanzen wachsen nach dem Minimumgesetz

Minimumgesetz nach Liebig
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Minimumgesetz nach Liebig Pflanzengesetz

Pflanzen brauchen für ihr Wachstum mehrere Dinge: das richtige Licht, Nährstoffe wie Eisen und Mineralien, Wärme und auch CO₂. Das sogenannte Minimumgesetz (beschrieben von Carl Sprengel und Justus Liebig) erklärt diesen Zusammenhang sehr einfach. Es besagt: Der Stoff, der am wenigsten vorhanden ist, bestimmt das gesamte Wachstum der Pflanze.

Ein Bild macht das deutlich: Stellen Sie sich ein Holzfass vor. Wenn alle Dauben gleich hoch sind, kann man es bis oben hin mit Wasser füllen. So ist es auch bei der Pflanze, wenn alle Ressourcen in ausreichender Menge vorhanden sind – sie wächst ohne Einschränkung und entzieht dem Wasser die überschüssigen Nährstoffe.

Fehlt jedoch eine Ressource, dann ist eine Daube kürzer. Das Fass lässt sich nicht mehr vollständig füllen. Genauso bremst ein Mangel an Licht, CO₂ oder Dünger das Pflanzenwachstum.

Die Folgen eines CO2 Mangels

Oft bekommen Aquarien Probleme wenn ihre Pflanzenlandschaft nicht gut gedeiht. So kann z.B. ein CO2 Mangel schnell zu einem Überschuss von Flüssigdünger (Eisen- und Mineralien) führen, der zu einem Algenwachstum führen kann.

Biogene Entkalkung im Aquarium
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Biogene Entkalkung im Aquarium

Eine andere Gefahr ist eine biogene Entkalkung. Pflanzen und Algen haben ein ureigenes Bestreben zu überleben und so versuchen Sie den Kohlenstoffmangel einer CO2 Unterversorgung zu kompensieren. Viele Pflanzen sind in der Lage den in den Karbonaten gebundenen Kohlenstoff herauszulösen, was zu einer abfallenden Karbonathärte, führen kann. Diesen Vorgang nennt man biogene Entkalkung. In dieser Folge fehlt die Pufferkapazität der Karbonathärte für den pH-Wert der nun instabil reagieren kann, bis hin zu einem pH-Sturz, der das Leben der Aquarienbewohner gefährdet. Viele Aquariner denken, „es funktioniere ja irgendwie auch ohne CO2“, doch die biogene Entkalkung kommt oft unverhofft und ohne sichtbare Vorboten. Der Aquarianer stellt sie erst fest, wenn es zu spät ist. Ein sicheres Anzeichen einer biogenen Entkalkung ist ein weißlicher Belag auf den Blättern der Pflanzen (siehe Foto).

Das Fazit

CO₂ ist ein zentraler Bestandteil der Photosynthese und für das Wachstum aller Aquarienpflanzen genauso wichtig wie Licht. Fehlt es, kann das ernsthafte Folgen haben: Ein CO₂-Mangel stört den Nährstoffhaushalt, fördert Algenblüten und begünstigt im schlimmsten Fall sogar die biogene Entkalkung. Dadurch kann nicht nur das Pflanzenwachstum leiden, sondern auch die Gesundheit der Aquarienbewohner gefährdet werden.

Die CO₂-Versorgung zählt daher zu den wichtigsten Grundlagen der Pflanzenaquaristik. Weitere Details und praktische Tipps finden Sie in unserem gleichnamigen Videobeitrag.

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