Alles zum Thema Aquarienbau – was ist zu beachten?
Alles rund um das Thema Aquarienbau findest Du in diesem ausführlichen Blogbeitrag. Von der Verklebung über unterschiedliche Formen, Lochbohrungen, Überlaufschächte bis hin zu den Glasarten wie Floatglas und Weißglas gibt Dir dieser Blogbeitrag einen tiefen Einblick in das Thema Aquarienbau.
Faszination Aquarienbau
An unserem Standort Haltern am See produzieren wir jährlich viele tausend Aquarien die Kunden in ganz Europa die Grundlage für Ihr Hobby bieten. Auf dieser Seite zeigt Dir unser Fachberater Tim Stenzel alles was Du zum Thema Aquarienbau wissen solltest.
Aquariumbau ist eine spannende Angelegenheit

Tim vom Aquarienkontor
Hallo, ich bin Tim vom Aquarienkontor und ich möchte Dir heute einmal vorstellen, auf was man im Aquarienbau alles achten sollte und wie bei uns ein Aquarium entsteht.
Die Fertigung eines Aquariums beginnt am Schreibtisch meines Kollegen. Nachdem der Kunde alle Details mit uns im Vertrieb besprochen und bestellt hat, beginnt die Planung der Aquarienbauer. Zunächst werden die genauen Maße der einzelnen Glasscheiben festgelegt, ggf. Zeichnungen von Bohrungen und Einbauten erstellt und die Glassorten bestimmt. Hierbei ist die Glasstärke zu berücksichtigen, ebenso die Art der Verklebung (ob Wulst- oder Stoßnaht). Nachdem alle Scheibenparameter berechnet und alle Details erfasst wurden, kommt es zum praktischen Teil. Auf welche Punkte muss geachtet werden, was ist wichtig am und für den Glaskörper des Aquariums? Fragen, die ich in einzelnen Schritten erklären möchte. Beginnen wir mit der Auswahl des Glases, denn hier gibt es die entscheidenden Unterschiede.
Aquarium selber bauen?
Oft kommt die Frage kauft man besser ein Aquarium oder kann ich mein Aquarium auch selber bauen?
Sicher gibt es geschickte Hände die über das handwerkliche Talent verfügen ein Aquarium zu verkleben, aber diese sind erfahrungsgemäß selten und nur ein einziger Fehler kann zur echten Gefahr werden. Wer will schon die Wohnung fluten oder bei einem platzenden Aquarium Schaden erleiden? Ein Aquarium selbst zu bauen kann schnell zum Abendteuer werden und nicht jede Versicherung haftet, wenn sie erfährt dass man selbst gebastelt hat.
Das Glasaquarium aus der Manufaktur
Oft kommt die Frage kauft man besser ein Aquarium oder kann ich mein Aquarium auch selber bauen?
Sicher gibt es geschickte Hände die über das handwerkliche Talent verfügen ein Aquarium zu verkleben, aber diese sind erfahrungsgemäß selten und nur ein einziger Fehler kann zur echten Gefahr werden. Wer will schon die Wohnung fluten oder bei einem platzenden Aquarium Schaden erleiden? Ein Aquarium selbst zu bauen kann schnell zum Abendteuer werden und nicht jede Versicherung haftet, wenn sie erfährt dass man selbst gebastelt hat.

Aquarium mit Maßangaben
Was bedarf es um ein Aquarium professionell zu produzieren? Nun zuerst einmal benötigen wir einen Aquarienbauer, geschliffenes Glas und vor allem guten Aquariumsilikon. Letzterer sollte für die Aquaristik freigegeben sein, er darf keine Giftstoffe abgeben und muss dauerhaft gut haften und abdichten. Sind diese Voraussetzungen erfüllt kann die Arbeit beginnen.
Das normale Glasaquarium besteht in der Regel aus 5 Glasscheiben. Es ist rechteckig oder quadratisch und verfügt je nach Größe über stabilisierende Streben und Brücken. Hiervon abweichend gibt es Aquarien in Sonderformen oder Poolaquarien (siehe unten). Alternativ zu handverklebten Aquarien mit Streben und Brücken, bzw. Pool-Aquarien setzen einige Hersteller wie z.B. Juwel auf stabilisierenden Rahmen. Dies hat vor allem dann einen Vorteil, wenn die Glasaquarien maschinell gebaut und verklebt werden.
Wir im Aquarienkontor setzen auf Manufakturarbeit. Bei uns werden all Aquarien von Hand gefertigt, haben dicke Silikonnähte und werden ab 10 mm Glasstärke mit einer Sicherheitsnaht versiegelt. Für versiegelte Aquarien gewähren wir eine Dichtigkeitsgarantie von 10 Jahren.
Definition der Maße
Immer wieder werde ich gefragt wie wir die Maße angeben. Abweichend von manchem Möbelhersteller richten sich die meisten Aquarienbauer wie wir nach der Geometrie. Hier wird ein Körper immer nach der Formel Grundfläche x Höhe berechnet. Entsprechend geben wir alle Maße immer mit Länge x Breite x Höhe an. Das erste Maß ist immer die Länge, das zweite die Breite oder oft auch als Tiefe definiert und das dritte immer die Höhe.
Floatglas vs Weißglas?
Es gibt eine Vielzahl von Glassorten. Gewöhnlich werden die meisten Aquarien aus „normalem“ Floatglas gefertigt und optional Weißglasscheiben berücksichtigt. Es gibt Trendbereiche, etwa Aquascaping, bei denen auf eine vollständige Fertigung aus Weißglas Wert gelegt wird, was bei kleinen Aquarien durchaus sinnvoll ist. Bei großen Becken werden aus Kostengründen meist nur die Sichtscheiben aus Weißglas ausgeführt.
Aber was bedeutet eigentlich Floatglas und was ist beim Weißglas anders?
Glasqualität im Aquariumbau – warum das richtige Glas entscheidend ist
Beim Aquariumbau spielt die Wahl des Glases eine zentrale Rolle, denn sie entscheidet über Stabilität, Optik und Langlebigkeit.
Das sogenannte Floatglas entsteht, indem flüssige Glasmasse auf ein großes Zinnbad gegossen wird.
Dort schwimmt sie auf der Oberfläche, kühlt langsam ab und wird anschließend in rund sechs Meter lange Platten geschnitten.
Aus diesen Platten, die man auch „Tafelmaß“ nennt, entstehen später die einzelnen Aquarium-Scheiben.
Sie lassen sich leichter handhaben als die großen Sechs-Meter-Platten, die spezielle Kräne und Saughalterungen benötigen.
Ein entscheidender Unterschied liegt zwischen herkömmlichem Floatglas und hochwertigem Weißglas.
Weißglas enthält deutlich weniger Eisen und wirkt dadurch klarer, heller und farbneutral – der typische Grünstich des Standardglases verschwindet.
Je nach Glasstärke und Qualität erreichen Weißgläser Lichttransmissionswerte von bis zu 91 % und eine nahezu perfekte Farbwiedergabe.
In der Aquarium-Sonderanfertigung setzen wir deshalb bevorzugt auf Pilkington OptiWhite, das sich in Qualität, Verarbeitung und Preis-Leistung bewährt hat.
Der Begriff „OptiWhite“ steht in der Aquaristik fast synonym für Weißglas, doch nicht jedes Weißglas ist automatisch echtes OptiWhite.
Wie in vielen Bereichen gibt es auch hier deutliche Qualitätsunterschiede zwischen Herstellern.
Neben Pilkington bieten jedoch auch Marken wie AGC, Guardian oder Saint-Gobain sehr gute Alternativen, die sich hervorragend für ein Aquarium auf Maß eignen.
Wer also ein Aquarium bauen lassen möchte, sollte beim Glas genau hinschauen – denn die Grundlage jedes hochwertigen Aquariums ist und bleibt das richtige Glas.
Weißglas im Aquarienbau
Beim Aquariumbau spielt die Wahl des Glases eine entscheidende Rolle, besonders bei größeren Becken oder Sonderformen.
Ab einer Glasstärke von etwa 12 mm lohnt es sich, über den Einsatz von Weißglas nachzudenken – zumindest für die Front- und Seitenscheiben.
Wer ein Aquarium bauen lassen möchte, das über viele Jahre Freude bereiten soll, trifft hier eine langfristige und sichtbare Entscheidung.
Gerade bei farbenprächtigen Diskus, Buntbarschen oder in Meerwasseraquarien sorgt Weißglas ab etwa 10 mm Stärke für eine unverfälschte Farbwiedergabe und eine brillante Tiefenwirkung, da der typische Grünstich des Floatglases entfällt.
Oft wird behauptet, Weißglas sei kratzempfindlicher – ein Mythos, der sich hartnäckig hält.
Wie in vielen Diskussionen der Aquaristik gibt es zwei Lager: Die einen glauben an eine höhere Empfindlichkeit, die anderen nicht.
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich die Kratzspuren bei beiden Glasarten in etwa die Waage halten.
Entscheidend ist nicht die Glasart, sondern die richtige Pflege und der sorgsame Umgang mit Reinigungswerkzeugen.
Ich erinnere mich an eine Wette mit meinem damaligen Chef:
Er wollte beweisen, dass sich mit einem Aqua-T Triumph Klingenreiniger Kratzer ins Glas ritzen lassen.
Wir testeten sowohl eine Opti-White- als auch eine Floatglasscheibe – und scheiterten beide Male.
Selbst bei Druck und schrägem Winkel bog sich die Klinge weg, ohne Spuren zu hinterlassen.
Natürlich sollte niemand diesen Versuch nachmachen, doch er zeigt eindrucksvoll, wie widerstandsfähig modernes Weißglas ist.
Wer also ein Aquarium auf Maß oder eine Aquarium Sonderanfertigung plant, trifft mit hochwertigem Weißglas eine Entscheidung für Klarheit, Langlebigkeit und ungetrübte Sicht – jeden Tag aufs Neue
Ist Weißglas empfindlicher Gegen Kratzer?
Kratzer entstehen immer dort, wo seine Oberfläche mit einem Material, das härter ist, unsachgemäß behandelt wird. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Kratzer durch einen Magnetreiniger verursacht werden, wenn ein Sandkorn oder ein kleiner Kieselstein zwischen Scheibe und Magnet geraten ist oder wenn mit zu harten Klingen gereinigt wird. Auch Stahlwolle, die nicht eigens für die Aquaristik freigegeben ist, sollte man mit Vorsicht genießen. Das alles hat aber kaum mit der Wahl des Glases zu tun, sondern viel mehr mit weniger geeigneten Instrumenten, die zur Glasreinigung verwendet werden.
Die Frage der Empfindlichkeit von Weißglas gegenüber Kratzern begegne ich immer mit der recht sinnfreien Frage: „Um wie viel ist das Weißglas gegenüber dem Floatglas leichter, weil ihm der Eisenanteil fehlt?“ In diesem Sinne sollten wir die vielen Vorteile eines guten Weißglases nutzen und uns mit Bedacht an seine Pflege begeben, um vor allem eine klare Farbwiedergabe zu erhalten.
Was macht der Schliff aus?

Wichtige Elemente im Aquarienbau die Streben die stabilisieren
Glas muss geschliffen werden. Nach dem Zuschnitt sind die Kanten extrem scharfkantig und können bei leichter Berührung schon zu heftigen Schnittwunden führen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Glas zu schleifen. Die am meisten verbreitete Variante ist der sogenannte Mattschliff. Hierbei wird das Glas durch Schleifscheiben plan geschliffen und die Ränder angefasst. Ein attraktiver, neutraler, matter Schliff ist das Ergebnis dieser Version.
Wer es eine Spur hochwertiger mag, lässt die Kante dann polieren. Danach erhält man beim Blick auf die Kante klare Sicht in das Glas, das ziemlich edel aussieht. Die einfachste Art, Glas zu schleifen, ist der Trockenschliff. Hierbei wird das Glas über eine Bandschleifmaschine gezogen und kann hinterher etwas wellig aussehen. Diese Variante wird oft bei kleinen Aquarien mit dünnen Glasstärken angewendet, bei denen die Optik eine untergeordnete Rolle spielt.
Eine besondere Art zu schleifen sind Gehrungskanten. Dazu werden die senkrechten Kanten mit einer CNC-Fräse auf Gehrung gefräst. Die Ecken sehen zwar optisch gut aus, die Erfahrung zeigt aber, dass es durch die spitzen Ecken sehr schnell zu Absplitterungen kommen kann.
Glasstärke
Die Glasstärke ist abhängig von der Durchbiegung der Scheiben. Hierfür müssen wir uns zwei Faktoren anschauen: einmal die Länge der Scheibe und weiterhin die Höhe. Glas ist ein durchaus flexibler Werkstoff, der sich minimal verbiegen kann. Die Wahl der richtigen Glasstärke ist daher unabdingbar. Als Faustregel kann man sich grob an folgendem Auszug aus einer Glasstärkentabelle orientieren:
Länge der Scheibe Glasstärke
bis 60 cm 4-6 mm
60-90 cm 6-8 mm
90-120 cm 8-10 mm
120-150 cm 10-12 mm
über 150 cm 12-15 mm
Verstrebung und Glasbrücken

Streben und Brücken stabilisieren das Aquarium
Aufgrund des Wasserdrucks bestehen in einem mit Flüssigkeit gefüllten Glaskörper besondere Bedingungen. Die Masse der Flüssigkeit (im Aquarium das Wasser) drückt auf die Scheiben. Je höher ein Aquarium ist, umso größer ist der Druck. Mit steigender Länge erhöht sich die Durchbiegung der Front- und Rückscheibe. Um diesen Kräften entgegenzuwirken, bedient sich der Aquarienbauer meistens der Glasverstrebung. Sie werden im oberen Aquarienbereich angeklebt und durch die Aquarienabdeckung verdeckt. Glasstreben verhindern wie die Bodenplatte das Durchbiegen der großen Glasscheiben.
Bei relativ langen Aquarien werden zusätzlich ein oder mehrere Querbrücken eingebaut, die die Kräfte der Streben abfangen und somit zusätzliche Stabilität gewährleisten.
Das Aquarium von oben

Aquarium von oben
Ein schöner Nebeneffekt im professionellen Aquariumbau besteht darin, dass Glasbrücken und Streben nicht nur für Stabilität sorgen, sondern zugleich als Auflage für Abdeckscheiben genutzt werden können.
Allerdings sollte man wissen, dass solche Scheiben auch Licht absorbieren.
Durch Glas, Kondenswasser und Schmutzpartikel kann schnell ein Beleuchtungsverlust von bis zu 20 % entstehen.
Wer also das Maximum aus seiner Beleuchtung herausholen möchte, sollte diesen Punkt bereits bei der Planung berücksichtigen.
Viele Aquarianer – insbesondere jene, die ihr Aquarium ohne Abdeckung betreiben – bevorzugen klare Glasformen ohne sichtbare Streben.
Das sorgt für ein offenes, modernes Erscheinungsbild und bietet freie Sicht auf das Aquascape.
Damit das Aquarium trotzdem stabil bleibt, wird die nötige Festigkeit über eine höhere Glasstärke erreicht.
Solche offenen Systeme bezeichnet man als Poolbecken – elegant, rahmenlos und besonders beliebt bei Liebhabern puristischer Designs.
Trotz aller gestalterischen Freiheit sollte man stets bedenken, dass Glas – egal ob Float- oder Weißglas – physikalische Grenzen hat.
Mit zunehmender Beckenlänge nimmt auch die Durchbiegung des Glases zu.
Darum ist die Wahl der richtigen Glasstärke nicht nur eine Frage der Optik, sondern auch der Sicherheit.
In der Planung eines Aquariums auf Maß oder einer Aquarium Sonderanfertigung lohnt sich daher ein Blick auf die technischen Daten:
Wie hoch ist die Lichtdurchlässigkeit von Floatglas im Vergleich zu Weißglas?
Welche maximalen Beckengrößen lassen sich sicher realisieren?
Solche Details zeigen, dass präzise Planung und Fachwissen immer die Grundlage für ein langlebiges, sicheres und beeindruckendes Aquarium sind.
Die Verklebung
Silikon im Aquariumbau – kleine Nähte, große Verantwortung
Wer schon einmal einem Aquariumbauer bei der Arbeit zugesehen hat, kennt den typischen, leicht essigsauren Geruch, der beim Verkleben entsteht.
Er stammt vom Aquariensilikon, das mit Essigsäure vernetzt wird – ein entscheidender Schritt, damit das Aquarium später sicher funktioniert und dauerhaft gepflegt werden kann.
Nur diese spezielle Zusammensetzung stellt sicher, dass das Silikon für Fische, Pflanzen und Wirbellose unbedenklich bleibt und über viele Jahre elastisch bleibt.
Erfahrene Aquarienbauer und Fachbetriebe wie Otto Chemie, NFK oder KaWo verwenden langlebige Produkte, die speziell für den professionellen Aquariumbau entwickelt wurden.
Doch auch das beste Silikon altert im Laufe der Zeit.
Sonnenlicht, Algenbewuchs, Reinigungsmittel oder längere Trockenphasen greifen die Weichmacher an, sodass das Material nach vielen Jahren hart oder spröde wird.
Viele Aquarianer übersehen diesen Prozess.
Wenn das Silikon an Elastizität verliert, genügt oft schon ein kleiner Riss, um Undichtigkeiten zu verursachen.
Wer ein Aquarium bauen lassen oder eine Aquarium Sonderanfertigung besitzt, sollte die Nähte regelmäßig prüfen.
Solange sich das Silikon weich und gummiartig anfühlt, ist alles in Ordnung.
Wird es hart oder porös, lohnt sich der Austausch, bevor ein größerer Schaden entsteht.
Nach unserer Erfahrung aus der Aquarium Produktion beginnt der Alterungsprozess meist nach zwölf bis fünfzehn Jahren.
Wer sein Aquarium regelmäßig kontrolliert und fachgerecht pflegt, verlängert die Lebensdauer deutlich.
So bleibt das Becken stabil, sicher und optisch makellos – und bietet langfristig Freude an einem perfekt gefertigten Aquarium.
Die Verklebungsarten
Es gibt verschiedene Verklebungsarten im Aquarienbau:

Aquarienbau Verklebungsarten
Pressverklebung
Die Pressverklebung wird häufig bei industriell gefertigten Aquarien eingesetzt. Hier wird der Aquariensilikon zwischen den Glasscheiben aufgetragen und die Scheiben zusammengesetzt. Diese Verklebung wird meist bei kleinen Aquarien und dünnen Glasstärken verwendet.
Stoßverklebung mit Versiegelung
Die Stoßverklebung mit Versiegelung wird häufig für große Aquarien verwendet. Dabei werden die Glasscheiben stoßweise zusammengefügt und anschließend mit Silikon versiegelt. Der große Vorteil dieser Verklebung besteht darin, dass sie durch die innere Versiegelung eine größere Klebefläche hat und meiner Erfahrung nach am haltbarsten ist.
Verstärkte Silikonnähte

Silikonnaht mit Glaseinlage schützt vor Borstenwürmer und Rüsselzahnwelse
Glaseinlagen in den Silikonnähten verstärken die Nähte. Dieses Verfahren kann man vor allem bei Pool-Aquarien einsetzen um ihnen mehr Stabilität zu geben und für eine längere Haltbarkeit zu sorgen. Gleichzeitig schützen Sie die Nähte vor Beschädigungen wie Sie durch Scheibenkratzer, Fische (z.B. Rochen und Rüsselzahnwelse) oder Borstenwürmer u.a. Arten in der Meerwasseraquaristik verursacht werden können.
Gerade Borstenwürmer sorgen gelegentlich für Frustration, wenn Sie an die Silikonnähte gehen. Wir empfehlen daher für Meerwasseraquarien den Einsatz von Glaseinlagen in die senkrechten Silikonnähte und eine Rundumverstrebung am Boden. So bleibt das Silikon auch langfristig geschützt und das Risiko unliebsamer Eingriffe durch „Plagegeister“ ist gebannt.
Wulstnaht nicht mehr aktuell im Aquarienbau
Die Wulstnaht ist eine recht ungebräuchliche Verklebungsart und wird meist nur noch bei Aquarien mit Sonderformen verwendet, bei denen keine vier 90°-Ecken bestehen. Eckaquarien haben oft zwei 45°-Winkel, die dann mit einer Wulstnaht verklebt werden müssen. Einige Menschen empfinden diese Verklebung als optisch schöner. Für Aquarienbauer, die geschliffene Glasstreifen bestellen und nach Bedarf zuschneiden, hat die Wulstverklebung den Vorteil, dass senkrechte Schnittkanten kostengünstig trocken geschliffen werden können und anschließend hinter der Wulstnaht verschwinden.
Bohrungen und Einbauten
Es gibt viele Wege, die nach Rom führen, und ebenso viele Möglichkeiten, ein Aquarium mit individuellen Einbauten wie Bohrungen, Überlaufschächten und Innenfiltern zu versehen.
Bohrungen im Glas

Lochbohrungen im Glas
Bohrungen im Glas werden benötigt, um Filteranlagen oder den Wasserzu- und Ablauf direkt am Aquarium anzuschließen. Insbesondere bei großen Anlagen bieten sich hier praktikable Vorteile in der späteren Wartung. Es besteht die Sorge, dass die Anschlussstelle einmal undicht werden könnte? Dem sei gesagt: Auch eine Schlauchverbindung zu einem Topffilter kann undicht werden. Undichte Tankverschraubungen sind gewöhnlich sehr selten und richten noch seltener einen nennenswerten Wasserschaden an. Es gibt zwar solche Fälle, aber sie stellen Ausnahmen dar. Viel häufiger verursachen überalterte Silikonnähte Probleme als eine undichte Verrohrung.
Gängige Bohrungsmaße im Aquariumbau
Die gängigsten Bohrungsmaße im Aquariumbau sind 28, 35, 45, 55 und 65 mm, da sie auf die handelsüblichen Tankverschraubungen (Durchführungen) abgestimmt sind. Die folgende Tabelle zeigt die Beziehungen zwischen Bohrungsdurchmesser, benötigter Durchführungsgröße und Rohrdurchmesser:
| Bohrungsdurchmesser (mm) | Durchführungsgröße (mm) | Rohrdurchmesser (mm) |
|---|---|---|
| 28 | 20/25 | 20 |
| 35 | 25/32 | 25 |
| 45 | 32/40 | 32 |
| 55 | 40/50 | 40 |
| 65 | 50/60 | 50 |
Aquarienbau und Überlaufschächte

Höhenverstellbarer Überlaufkamm von Aquarienkontor
Überlaufschächte dienen dem Abfluss vom Wasser zur Speisung eines Filterbeckens. Der Schacht verfügt oben über einen Kamm über den das Wasser in den Schacht geleitet wird. Der Überlaufkamm verhindert das Fische, Wirbellose, Blätter und Schmutzpartikel in den Schacht gelangen können.
Am Boden des Überlaufschachtes befinden sich in der Regel drei Bohrungen. Eine Bohrung für den Ablauf, eine für den Notablauf und eine für den Pumpenrücklauf. Durch den Schacht wird nur die Wassermenge zum Filterbecken abgeleitet, die zuvor aus dem Filterbecken in das Aquarium gepumpt wurde. Er stellt damit ein Sicherheitselement dar und darf nicht verändert werden.
Schildkröteninsel

Aquarium mit Schildkröteninsel
Wasserschildkröten benötigen in der Regel einen Platz zum sonnen und ausruhen. Hier können Sie Wärme und das lebenswichtige UV-A und UV-B Licht tanken, dass für die Vitaminbildung und somit für die Gesundheit der Tiere existentiell ist.
Speziell für die Haltung und Pflege von Wasserschildkröten bieten wir Schildkrötenaquarien mit Schildkröteninseln an. Diese Inseln sind in der Regel auf halber Aquariumhöhe montiert, verfügen über eine Füllkante und einen Aufstieg. Der Aufstieg ist mit Kies gestaltet, damit die Tiere Halt finden. Die Füllkante ermöglicht es die Insel mit Sand aufzufüllen.
Wahlweise kann die Insel rechts, mittig oder links montiert werden.
Glasformen und Bauarten im Aquarienbau

Eckaquarium der Bauart Galant
Ein Aquarium muss heute längst nicht mehr rechteckig oder würfelförmig sein.
Wer ein Aquarium bauen lassen möchte, hat die Wahl zwischen zahlreichen Formen und Designs – von eleganten Becken mit gebogener Frontscheibe über Eckaquarien mit abgeschrägten Kanten bis hin zu modernen 6- oder 8-Eck-Aquarien.
Auch Varianten mit geneigter oder gewölbter Front sind problemlos möglich.
Am Ende zählt der persönliche Geschmack – und die Idee, die jedes Becken zu einem unverwechselbaren Unikat macht.
Gerade bei einer Aquarium Sonderanfertigung kommt es auf präzise Planung und Erfahrung an.
Unsere Fachberater arbeiten eng mit den Experten aus dem Aquariumbau zusammen, sodass selbst anspruchsvolle Projekte sicher und termingerecht umgesetzt werden.
So erhältst du nicht nur kompetente Beratung, sondern auch fundierte Antworten auf technische und gestalterische Fragen.
In der Produktion entsteht meist eine exakte 1:1-Schablone, die digitalisiert und auf modernsten CNC-Anlagen verarbeitet wird.
Dadurch lassen sich Glaszuschnitte mit höchster Präzision fertigen, Kanten perfekt polieren und Maße exakt anpassen.
Vom Zuschnitt über die Verklebung bis zur Endkontrolle entsteht ein Aquarium auf Maß, das sich harmonisch in Wohnräume, Verkaufsanlagen oder öffentliche Bereiche einfügt.
Wer den Fertigungsprozess einmal live erleben möchte, kann unsere Aquarienmanufaktur in Haltern am See besuchen.
Nach Terminvereinbarung zeigen wir dir, wie aus Glas, Technik und Handarbeit echte Meisterstücke entstehen – gebaut von erfahrenen Aquarienbauern, die ihr Handwerk lieben und leben.
Aufstellen und Glaspflege
Was ein Glasaquarium allerdings nicht verkraftet, ist eine punktuelle Belastung, z.B. durch dicke Staubkörner, Kieselsteinchen, etc., die unterhalb der Bodenplatte liegen. Um das Risiko zu minimieren, empfiehlt es sich, stets eine Sicherheitsunterlage unter den Glasboden zu legen (Ausnahme: Aquarien, die in Rahmen geklebt werden, hier bitte die Herstellerangabe beachten). Eine Sicherheitsunterlage gleicht Unebenheiten aus und schützt das Glas vor punktueller Belastung.
Was Du bei Sicherheitsunterlagen unbedingt beachten musst
Eine passende Sicherheitsunterlage ist entscheidend, wenn du dein Aquarium sicher aufstellen willst.
Viele Aquarianer greifen zu dicken Matten, weil sie vermeintlich besser schützen. Doch das Gegenteil ist der Fall.
Ist das Material zu stark, kann es die Deckplatte des Schranks dauerhaft nach unten drücken.
Das Glas bleibt stabil, aber die Platte verformt sich – Türen klemmen oder lassen sich gar nicht mehr öffnen.
Optimal ist eine Sicherheitsunterlage konfektionieren zu lassen, die weniger als acht Millimeter dick ist.
Sie gleicht Unebenheiten aus, ohne die Konstruktion zu belasten, und schützt zuverlässig vor Spannungen im Glas.
Ebenso wichtig ist eine ebene und stabile Stellfläche.
Ob Schrank, Stahlgestell oder Steinunterbau – sie muss waagerecht stehen und das Gewicht gleichmäßig tragen.
Nur so bleibt das Aquarium sicher und langlebig.
Nach dem Aufbau folgt die Pflege:
Verwende für die Glasreinigung weiche Schwämme, einen guten Klingenreiniger wie den JBL Aqua-T Triumph und schwimmfähige Algenmagnete.
Sie entfernen Schmutz, ohne Kratzer zu hinterlassen.
So bleibt dein Aquarium klar, stabil und optisch perfekt.
Wie gehts weiter?
Nachdem wir uns in diesem Blog mit dem Bau von Glasaquarien befasst haben, werden wir uns in Kürze mit Aquarienabdeckungen befassen. Auch hier werde ich einen wissenswerten Blogbeitrag schreiben indem Du alles wichtige zum Abdeckungsbau erfährst.
Für alle Deine Fragen stehen meine Kollegen und ich Dir gern zur Verfügung. Schreib uns einfach eine E-Mail, eine WhatsApp oder ruf an. Hier findest Du die Kontaktdaten. Wir freuen uns auf Dich.
Viele Grüße Tim vom Aquarienkontor










